Frauenarzt Dr. Krell

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Das PCO-Syndrom ist die häufigste hormonelle Störung bei jungen Frauen.
Im Ultraschall sieht man vergrößerte Eierstöcke mit vielen kleinen Zysten am Rand, daher hat die Erkrankung ihren Namen - Polyzystisches Ovarsyndrom.

In Österreich sind ca. 5-7 % aller Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. Leider wird diese Erkrankung aufgrund ihrer nicht sehr spezifischen Symptome oft erst spät erkannt.

Bei welchen Symptomen sollte man an ein PCO-Syndrom denken?

  • Leitsymptom sind seltene bis fehlende Regelblutungen (Oligo-Amenorrhoe)
  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • Hautunreinheiten/Akne
  • Vermehrte Körperbehaarung
  • Haarausfall im Kopfbereich
  • Übergewicht (manchmal)

Was sind die Gründe für das Auftreten des PCO-Syndroms ?

Die Ursachen des PCO-Syndroms sind bis heute nicht gänzlich geklärt. Genetische Faktoren und Umwelteinflüsse(z.B.Ernährung) scheinen eine Rolle zu spielen.
Mitverantwortlich sind auch ein hoher Insulinspiegel sowie zu viele männliche Hormone im Blut.

Wie wird das PCO-Syndrom diagnostiziert ?

  • Genaue Anamnese!
    Man muß daran denken,wenn obengenannte Symptome v.a. die seltenen bzw. fehlenden Regelblutungen auftreten.
  • Scheidenultraschall
    Hierbei kann man oft viele kleine Zysten perlschnurartig am Rand der Eierstöcke erkennen.
  • Hormonuntersuchung mittels Blutabnahme zwischen dem 2-4 Zyklustag

Weitere Anzeichen für ein PCO-Syndrom können sein:

  • Häufig kommt es zu einer Erhöhung der männlichen Geschlechtshormonwerte.
  • Das luteinisierende Hormon (LH) ist oft doppelt so hoch wie das follikelstimulierende Hormon (FSH).
  • Nüchternblutzuckerbestimmung und Durchführung eines Zuckerbelastungstest (oGTT) sowie die Messung des Insulinwerts-diese Werte sind manchmal auffällig bei Patientinnen mit PCO-Syndrom.

Streng medizinisch müssen 2 von den folgenden 3 Kriterien erfüllt sein um die Diagnose eines PCO-Syndroms zu stellen:

  • Seltene bis fehlende Regelblutungen
  • Polyzystische Ovarien im Ultraschall
  • Klinische Zeichen (Akne, verstärkte Körperbehaarung) oder typische Veränderungen bei der Blutuntersuchung, die auf eine Erhöhung der männlichen Geschlechtshormonwerte zurückzuführen sind.

Es müssen für die Diagnose eines PCO-Syndroms nicht immer alle Veränderungen vorhanden sein.

Therapie des PCO-Syndroms

Hierbei ist vorerst zu unterscheiden,ob derzeit ein Kinderwunsch vorliegt oder nicht. Als ganz wichtige Basistherapie ist in beiden Fällen eine Lifestyle-Modifikation mit gesunder Ernährung, körperlicher Betätigung und Gewichtsreduktion zu empfehlen.

a) Patientinnen ohne aktuellen Kinderwunsch:

  • falls kein Kinderwunsch vorhanden ist wird neben einer gesunden Lebensweise (s.o.) die Einnahme einer Pille empfohlen, die u.a.die Symptome der Akne und der verstärkten Körperbehaarung verbessern kann.
  • um die Stoffwechsellage zu verbessern, wird zusätzlich die Einnahme des Diabetesmittels Metformin empfohlen.

b) Patientinnen mit Kinderwunsch:

  • hier ist ebenso eine Lifestyle-Modifikation mit gesundem Lebensstil sowie die Einnahme von Metformin empfehlenswert.

Um einen Eisprung auszulösen gibt es 2 verschiedene Möglichkeiten:

  1. hormonelle Stimulation mit Ultraschalluntersuchungen während der Therapie
    keine OP nötig, allerdings erhöhte Rate an Zwillingsschwangerschaften
  2. Bauchspiegelung mit „Ovarian drilling“
    Dabei werden einige kleine Löcher in die verdickte Aussenschicht der Eierstöcke „gestichelt“,dadurch kommt es häufig zu einer Normalisierung der Eierstockfunktion mit regelmäßigen Regelblutungen – der Effekt ist allerdings oft nur vorübergehend mit einer Wirkung von ca. 1-2 Jahren.

In einem ausführlichen Beratungsgespräch werden wir gemeinsam die richtige Entscheidung für Sie finden.

Unabhängig von den unmittelbaren Symptomen dieser Erkrankung haben Patientinnen mit PCO-Syndrom,v.a.wenn die Erkrankung nicht erkannt wird, auch ein erhöhtes Risiko im Laufe ihres Lebens an Diabetes zu erkranken,einen hohen Blutdruck zu entwickeln sowie einen Herzinfarkt zu erleiden. Auch deshalb sind eine frühzeitige Diagnose, eine ausführliche Beratung sowie eine adäquate Therapie bei dieser Erkrankung sehr wichtig.


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