Frauenarzt Dr. Krell

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Beginnen möchte ich diese Rubrik mit einem Thema zu der leider häufigsten Komplikation in der Schwangerschaft - der FEHLGEBURT.

Ich habe mir folgende Fragen gestellt :

  1. Was sind die Ursachen von Fehlgeburten?
  2. Welche Möglichkeiten der Diagnostik gibt es?
  3. Welche Möglichkeiten der Therapie gibt es bzw. was kann man tun im Falle einer Fehlgeburt?

Dazu gibt es eine aktuelle klinische Zusammenfassung von allen Studien zu diesem Thema aus den letzten 10 Jahren. (British Medical Journal 2013, Davor Jurkovic et al, Diagnosis and management of first trimester miscarriage)

Man geht davon aus,daß 12-24 % aller klinisch erkannten Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt bis zur 12. Schwangerschaftswoche enden - hiermit ist die Fehlgeburt die häufigste Komplikation der Schwangerschaft.

 

Ad 1) Was sind die Ursachen von Fehlgeburten?

  • Die häufigste Ursache von Fehlgeburten sind Chromosomenstörungen der Embryonalanlage (in 50-85 % ).

Diese sind häufiger, je älter die werdende Mutter zum Zeitpunkt der Schwangerschaft ist.

  • Gerinnungsstörungen der Mutter ( z.B Antiphospholipidsyndrom,Thrombophilien wie Antithrombinmangel,Protein C+S Mangel oder Faktor-V-Leyden-Mutation).
  • Angeborene anatomische Fehlbildung der Gebärmutter der Schwangeren.
  • Stoffwechselstörungen der werdenden Mutter wie Schilddrüsenfunktionsstörung oder ein schlecht behandelter Diabetes.

 

Ad 2) Wie wird eine Fehlgeburt diagnostiziert ?

a) das wichtigste Hilfsmittel um eine Fehlgeburt zu bestätigen oder auszuschließen ist der ULTRASCHALL.

Mittels Ultraschall können verschiedene Formen einer Fehlgeburt unterschieden werden:

  • VERHALTENE FEHLGEBURT

Hierbei kann entweder nur ein Fruchtsack ohne Embryonalanlage sichtbar sein oder aber bereits ein Fruchtsack mit Embryonalanlage aber ohne nachweisbare Herzaktion.

Da in diesem Fall die Diagnose auf „negativen“ Kriterien beruht,ist im Zweifelsfall ein Kontrollultraschall nach 1 Woche empfehlenswert,um nicht eine eigentlich intakte Schwangerschaft versehentlich zu beenden.

  • INKOMPLETTE FEHLGEBURT

Hierbei sind nur noch die Reste eines nicht mehr abgrenzbaren Fruchtsacks zu erkennen.

Es ist laut den vorliegenden Studien nicht möglich eine Schleimhautdicke anzugeben (z.B. zwischen 5-25 mm),wo man sicher sein kann,daß sicher kein embryonales Gewebe mehr in der Schleimhaut vorhanden ist.

  • KOMPLETTE FEHLGEBURT

Hierbei sind im Ultraschall keine Zeichen einer Schwangerschaft in der Gebärmutterhöhle zu erkennen.

Voraussetzung für die Diagnose ist jedoch, daß zuvor eine Schwangerschaft in der Gebärmutterhöhle zu erkennen war. Falls nicht, kann man sich nämlich nicht sicher sein, daß die Schwangerschaft nicht z.B. im Eileiter sitzt.
In dieser Situation müssen Schwangerschaftshormonblutabnahmen gemacht werden um einen kompletten Abort von einer Eileiterschwangerschaft zu unterscheiden.

 

b) BIOCHEMISCHE MARKER (beta-HCG, Progesteron)

Es sollten keine routinemäßigen Abnahmen dieser Marker bei der Diagnose einer Fehlgeburt durchgeführt werden.
Sie sind jedoch bei unklaren Ultraschallbefunden in der Frühschwangerschaft hilfreich.
In den ersten Wochen einer Schwangerschaft sollten sich die Werte des Schwangerschafthormons beta-HCG alle 2 Tage verdoppeln.

 

Ad 3) Was tun im Falle einer Fehlgeburt?

Früher bestand die Therapieoption für betroffene Frauen oft nur aus einer sofortigen Curettage (Ausschabung der Gebärmutterhöhle).

Heute kann aufgrund der vorliegenden Studien eine individualisierte Therapie angeboten werden und die Patientin kann in vielen Fällen zwischen einem abwartendem Verhalten ,einer medikamentösen Therapie oder einer chirurgischen Behandlung wählen.

a) ABWARTENDES VERHALTEN

Darunter versteht man ein abwartendes Verhalten nach Erhalt der Diagnose ,bis der Körper von selbst erkennt,daß die Schwangerschaft nicht intakt ist und das Schwangerschaftsprodukt in Form einer Blutung ausgestossen wird.

Diese Therapieoption führt in 30-40 % der Fälle von verhaltener Fehlgeburt und in 60-80 % der Fälle von inkompletter Fehlgeburt zum Erfolg.
Solange keine Infektion auftritt, kann zugewartet werden.
Um oben genannte Erfolgsraten zu erreichen, sollte zumindest 2 Wochen zugewartet werden.

b) MEDIKAMENTÖSE THERAPIE

Hierbei ist es möglich entweder 1 oder 2 Medikamente kombiniert zu verabreichen,damit es zu einer vaginalen Blutung kommt und das Schwangerschaftsprodukt ausgestossen wird. In den neuesten Studien wirkt die Kombination der 2 Medikamente jedoch nicht signifikant besser als die Verabreichung von nur 1 Medikament.
In 70 % der Fälle ist diese Therapieoption erfolgreich und es kann somit eine operative Therapie vermieden werden.

Die Medikamente sind gut verträglich. Die Blutung startet normalerweise innerhalb von Stunden nach Einnahme des Medikaments,kann allerdings bis zu 3 Wochen dauern.

c) CHIRURGISCHE THERAPIE in Form einer (SAUG)-CURETTAGE

Diese ist primär nötig bei einer starken Blutung mit instabilem Kreislauf,Infektionszeichen oder bei einem Verdacht eines krankhaft-überschießenden Wachstum von Plazentagewebe.
Desweiteren ist eine Operation angezeigt bei einer erfolglosen medikamentösen Therapie oder natürlich wenn die Patientin diese Therapie wünscht.

Zum Abschluss dieser klinischen Zusammenfassung mehrerer Studien zum Thema Fehlgeburt wird noch auf eine englische Leitlinie verwiesen:

Darin wird zunächst ein abwartendes Verhalten für 7-14 Tage empfohlen.
Falls dieses Vorgehen keinen Erfolg bringt, sollte eine medikamentöse oder chirurgische Therapie empfohlen werden.

Im Falle einer Fehlgeburt ist mir ein ausführliches Gespräch mit der Patientin sehr wichtig.
Dabei will ich alle Möglichkeiten besprechen und auf die jeweiligen Vor-und Nachteile der verschiedenen Behandlungsmethoden eingehen.
Am Ende werden wir gemeinsam die für Sie richtige Entscheidung treffen.

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