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Rauchende Schwangere beeinflussen das Erbgut ihres Kindes bis weit nach der Geburt. Einige dieser Schäden könnten im Erwachsenenalter beispielsweise die Entstehung von Lungenkrankheiten befördern.

Die Gifte aus dem Tabak verändern das Erbgut des Ungeborenen dauerhaft. Zigaretten schaden somit einem Baby also nicht nur indirekt in der Zeit während es im Mutterleib heranwächst, sondern vermutlich lange darüber hinaus.

Umwelteinflüsse, wie Rauchen während der Schwangerschaft, haben schwerwiegende Folgen für ungeborene Kinder, das hat eine Forschergemeinschaft des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und des Deutschen Krebsforschungszentrums im Zuge der LINA (Lebensstil und Umweltfaktoren und deren Einfluss auf das Neugeborenen-Allergierisiko)-Studie herausgefunden. Die Wirkung von Umweltfaktoren auf die Zelleigenschaften und den Aktivitätszustand von Genen, nennt man Epigenetik. epigenetische Veränderungen bewirken chemische Modifikationen am Erbgut. Die Folgen des Tabakrauches beispielsweise beeinflussen, wie DNA-Informationen während der Entwicklung eines Menschen – etwa bei der Bildung bestimmter Zellen – verarbeitet werden.

Veränderungen durch das Rauchen findet man im Nabelschnurblut der Neugeborenen

Im Laufe der Schwangerschaft entwickeln sich 250 unterschiedliche Zelltypen: Knochenzellen, Haut-, Leber-, Lungen- oder Herzzellen. Wann welcher Zelltyp entsteht, wird von Genen reguliert, die zu bestimmten Zeitpunkten ein- und ausgeschalten werden. Diese Organisation des menschlichen Erbguts – welche Gene oder Erbgut-Abschnitte aktiv sind und welche nicht, das bezeichnet man als Epigenom. Neben den hinreichend bekannten Folgen des Rauchens während der Schwangerschaft für das ungeborene Kind, wie niedrigeres Geburtsgewicht, der erhöhten Gefahr für einen plötzlichen Kindstod, sowie ein gehäuftes Auftretens einer Hyperaktivität und Lernschwierigkeiten im Schulalter, weiß man nun, dass das Erbgut noch Jahre nach der Geburt negativ beeinflusst wird.
In erster Linie besteht eine erhöhte Gefahr für das Risiko für Lungenerkrankungen im Laufe des Lebens für Kinder, deren Mütter geraucht haben. Die meisten Kinder sind auch nach der Geburt einem Tabakrauch ausgesetzt, was ein weiterer Faktor für eine dauerhafte Veränderung des Erbgutes sein könnte. Sowohl bei den rauchenden Müttern als auch im Nabelschnurblut ihrer neugeborenen Kinder ließen sich epigenetische Veränderungen finden. Durch die Barrierefunktion der Plazenta sind Ungeborene dem Inhaltsstoffen des Rauches besonders stark ausgesetzt.

Risiko für Atemwege, Übergewicht und Diabetes

Für die aktuelle Arbeit verglichen die Forscher Schwangere aus Raucher- und Nichtraucherfamilien. Die Leiterin der Studie Irina Lehmann betont: „Die Daten zeigen, dass man auch fünf Jahre nach der Geburt von Kindern, deren Mütter geraucht haben noch deutliche Veränderungen im gesamten Erbgut der Kinder findet", die im Zusammenhang mit der Entstehung z.B. von Übergewicht, Diabetes, Fettleibigkeit und Krebs, vermutet werden. Kürzlich waren US-Forscher bei der Auswertung der Daten von mehr als 6.000 rauchenden Schwangeren und ihren Neugeborenen zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Ihre Studie ist im American Journal of Human Genetics (Joubert/London et al., 2016) erschienen.

Vermeidung des Rauchens ist der Königsweg

Besonders häufig würden Enhancer-Regionen im Erbgut beeinflusst, also DNA-Abschnitte, die eines oder mehrere Gene zu bestimmten Zeitpunkten aktivieren. Insgesamt fanden sich 400 Enhancer, die vom Tabakrauch betroffen sind. Diese regulieren Gene, die unter anderem an Erkrankungen wie Diabetes, Fettleibigkeit oder sogar Krebs beteiligt sind. "Durch diese Entdeckung beginnen wir jetzt, die Mechanismen zu verstehen, die dazu führen, dass das Rauchen zu so unterschiedlichen Krankheiten führen kann", sagt Roland Eils.
Die Heidelberger Forscher arbeiten derzeit daran Medikamente zu finden, um diese Veränderungen im Epigenom gezielt zu behandeln, um die genetische Fehlprogrammierung der Zellen zu revidieren. Der eindringliche Appell von Dr. Eils an schwangere Frauen „ Die bessere Strategie ist es aber, während der Schwangerschaft auf das Rauchen ganz zu verzichten".

Quellen:
(Molecular Systems Biology: Bauer, Lehmann et al.,2016)
LINA-Studie (Lebensstil und Umweltfaktoren und deren Einfluss auf das Neugeborenen-Allergierisiko)
American Journal of Human Genetics (Joubert/London et al., 2016)

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