Frauenarzt Dr. Krell

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Als Mitglied des Endometriose- und Endoskopieteams im Wilhelminenspital ist diese Erkrankung eines meiner Spezialgebiete. Unser Endometriosezentrum ist in die höchste Kategorie Österreichs eingestuft (Stufe III).

Daher habe ich viel Erfahrung im Bereich dieser Erkrankung.

Wussten Sie, dass Endometriose sehr lange unerkannt bleibt?
Durchschnittlich 11 Jahre vergehen vom Auftreten der ersten Beschwerden bis zur Diagnosestellung - deshalb ist eine Untersuchung bei einem Spezialisten empfehlenswert.

Was ist Endometriose?

Endometriose ist eine gutartige, oft chronisch verlaufende Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle wächst.

Das schleimhautähnliche Gewebe wächst häufig oberflächlich am Bauchfell (=innere Auskleidung des Bauchraumes) oder am Eierstock, kann aber auch tiefer ins Gewebe einwachsen, z.B. in die Haltebänder der Gebärmutter, in die Gebärmuttermuskulatur, in die Scheide, den Darm oder in die Harnblase.

Wie häufig ist Endometriose?

6 – 10% aller Frauen im gebärfähigen Alter sind von Endometriose betroffen. Obwohl so viele Frauen betroffen sind, und diese oft sehr unter den damit verbundenen Schmerzen leiden dauert es oft viel zu lange bis die richtige Diagnose gestellt wird.

Es gibt auch symptomarme Verlaufsformen, diese werden häufig bei Bauchspiegelungen aufgrund eines unerfüllten Kinderwunsches entdeckt.

Welche Symptome treten bei Endometriose auf?

  • Leitsymptom sind meist starke Schmerzen kurz vor u/o. während der Regelblutung (Dysmenorrhoe).
  • Auch eine starke u/o. verlängerte Regelblutung kann bei Endometriose vorkommen.
  • abhängig von der Lokalisation und Ausdehnung der Endometrioseherde kann es auch zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen (Dyspareunie).
  • bei Endometrioseherden im Bereich des Darmes oder der Harnblase kann es zyklusabhängig zu Schmerzen u/o. Blutbeimengungen beim Stuhlgang oder beim Urinieren kommen.
  • bei Beteiligung des Halteapparates der Gebärmutter sind auch Rückenschmerzen möglich.
  • Endometriose kann auch ein Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch sein.

Interessant ist auch, dass die Ausdehnung der Endometrioseherde nicht immer mit der Beschwerdesymptomatik korreliert, es kann also auch sein, dass nur oberflächliche kleine Herde starke Beschwerden verursachen und umgekehrt kann ein sehr ausgedehnter Endometriosebefund auch nur wenig Probleme verursachen.


Wie wird Endomtriose diagnostiziert?

  • Ausführliches Gespräch: es werden u.a. die typischen Symptome der Endometriose abgefragt.
  • Gynäkologische Spiegeluntersuchung: hierbei können tief infiltrierende Endometrioseherde, die in die Scheide einwachsen, gesehen werden.
  • Gynäkologische Tastuntersuchung: hierbei können sowohl Endometriosezysten der Eierstöcke wie auch tief infiltrierende Knoten, die in den Halteapparat der Gebärmutter, in die Scheide sowie in den Darm wachsen, getastet werden.
  • Ultraschall durch die Scheide: dabei ist es besonders wichtig, dass der Untersucher viel Erfahrung mit der Erkrankung der Endometriose hat, da neben den klassischen gynäkologischen Organen wie Gebärmutter und Eierstöcken auch die Harnblase, die Scheide sowie der Darm genau untersucht werden müssen.
    Wird diese Untersuchung genau durchgeführt, kann man alle Formen der Endometriose erkennen außer Herde, die oberflächlich am Bauchfell sitzen, da diese zu klein sind um mittels Ultraschall erkannt zu werden.
  • Bauchspiegelung (Laparoskopie)
    Dies ist eine minimal-invasive Operationsmethode in Vollnarkose, die sowohl der Diagnostik als auch gleichzeitig der Therapie der Endometriose dient.Es ist die einzige diagnostische Möglichkeit um oberflächliche Endometrioseherde am Bauchfell zu erkennen. Diese Schleimhautabsiedelungen können je nach Aktivitätsgrad sehr unterschiedlich aussehen: Von sehr aktiven hellen Bläschen über rötliche Herde bis zu dunkelbraunen, meist nicht mehr aktiven Veränderungen, die jedoch häufig von weißlichem Narbengewebe umgeben sind. Dieses Narbengewebe bildet der Körper als Reaktion auf die chronisch entzündlichen Vorgänge, die durch die an falscher Stelle vorhandene Schleimhaut verursacht werden.(nähere Informationen zur Bauchspiegelung siehe im Kapitel Therapie der Endometriose).

Wie entsteht Endometriose?

Der Grund der Entstehung von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter ist letztlich nicht geklärt. Es gibt verschiedene Theorien.

  1. Transplantationstheorie
    Hierbei wird angenommen, dass während einer Regelblutung Gebärmutterschleimhaut rückwärts über die Eileiter in die freie Bauchhöhle gelangen ,sich dort festsetzen und eventuell auch invasiv in die Umgebung einwachsen kann.
    Nun weiß man aber, dass ca.90% aller Frauen auch retrograd in die Bauchhöhle menstruieren.
    Der Grund warum sich Gebärmutterschleimhautinseln bei manchen Frauen festsetzen können und danach eventuell noch weiterwachsen, wird in einer Fehlfunktion des Immunsystems vermutet.

  2. Metaplasietheorie
    Diese Theorie geht davon aus, dass Endometrioseherde an Ort und Stelle aus Zellen entstehen, die sich noch in verschiedene Gewebe entwickeln können. Diese Zellen entwickeln sich dann durch ständige Reize zu Gebärmutterschleimhautzellen. Solche Reize könnten etwa Östrogene sein oder auch die rückwärts in die Bauchhöhle gelangten Endometriumzellen.

  3. Genetische Faktoren
    Auch genetische Faktoren scheinen das Entstehen von Endometriose zu begünstigen, weil in einer Familie öfters mehrere Frauen von Endometriose betroffen sind.

Therapie der Endometriose

Hier ist ein individuelles, den Bedürfnissen der Frau angepasstes Therapiekonzept erforderlich. Hierbei ist zunächst zu besprechen, ob die Beschwerden, die bei Endometriose auftreten das Hauptproblem darstellen oder eventuell ein unerfüllter Kinderwunsch. Manchmal ist natürlich auch beides gleichzeitig zu beachten.
Oft ist es für die Patientin schon ein hilfreicher erster Schritt, endlich den Grund für ihre jahrelangen Schmerzen zu kennen.

Ist die Diagnose bekannt, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Therapie:

1.) Medikamentöse Therapie

Schmerzmitteleinnahme während der Regelblutung. Da die meisten Beschwerden v.a. während der Regelblutung auftreten, besteht ein anderes Therapiekonzept darin, eine hormonelle Therapie durchzuführen, unter der es bei der Patientin zu keiner Regelblutung mehr kommt und sie daher keine Beschwerden mehr hat.

Dies kann durch folgende Medikamente erreicht werden:

  • normale Pille im Langzyklus(=eine kontinuierliche Pilleneinahme ohne Pillenpause über einen längeren Zeitraum)
  • reine Gestagenpräparate wie eine Gestagenpille, ev. die Hormonspirale od. die 3-Monatsspritze
  • sogenannte GnRH-Analoga, diese hemmen die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone (= künstlicher Wechsel)
    Wird von mir aufgrund von starken Nebenwirkungen nur in Ausnahmefällen empfohlen.

2.) Operative Therapie

Hierbei steht die Entfernung der Endometrioseherde im Vordergrund, um sowohl die Beschwerdesymptomatik deutlich zu verbessern als auch, falls gewünscht, die Chancen einer Schwangerschaft zu erhöhen. Bei der operativen Therapie der Endometriose ist fast immer eine Bauchspiegelung möglich, Bauchschnitte sind nur selten nötig.

Bei der Bauchspiegelung (Laparoskopie)wird in Vollnarkose durch kleine Einschnitte im Nabel und im Unterbauch eine kleine Kamera und Operationsinstrumente in die Bauchhöhle eingeführt.
Da für diese Methode viel kleinere Einschnitte (meist nur 0,5 – 1cm) nötig sind und dadurch nur kleinstmögliche Schäden am Gewebe angerichtet werden, nennt man sie auch minimal-invasiv.

Dabei kann die Bauchhöhle genau untersucht werden und bei Bedarf auch gleich die Endometriose entfernt werden.
Es können sowohl kleinste Herde am Bauchfell entfernt oder Eierstockzysten ausgeschält werden, falls nötig können mit der Bauchspiegelung aber auch größere Eingriffe wie Gebärmutterentfernungen, Entfernung von betroffenen Darmabschnitten oder die Entfernung von betroffenen Scheidenanteilen durchgeführt werden.
Für solch große Operationen ist eine exakte präoperative Diagnostik und eine ausführliche Aufklärung nötig. Solche Operationen werden nur bei einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität durchgeführt. Natürlich ist es klar, dass bei einer Operation nur jene Operationsschritte durchgeführt werden, die zuvor genau mit Ihnen besprochen wurden.

Vor einem operativen Eingriff wegen Kinderwunsch sollten immer zuerst andere, einfacher abzuklärende Ursachen für das Ausbleiben einer Schwangerschaft untersucht werden. (z.Bsp. Blutabnahme zur Hormonbestimmung ,Ultraschall zum Follikelmonitoring)

Auch die Untersuchung der Spermienqualität beim Mann (Spermiogramm) sollte durchgeführt werden.
In manchen Fällen ist nach Abwägung der Vor-und Nachteile eine künstliche Befruchtung einer Operation vorzuziehen.
Auch alternativmedizinische Maßnahmen wie die traditionelle chinesische Medizin kann einen positiven Effekt bewirken. (www.songmed.at )

In manchen Fällen ist neben der Behandlung der körperlichen Symptome auch eine psychologische Betreuung sinnvoll. Hier möchte ich meine Kollegin und klinische Psychologin Mag.a. Dr. Nadja Fritzer empfehlen. Sie ist eine ausgezeichnete und sehr einfühlsame Psychologin und hat sich unter anderem auf die psychologischen Auswirkungen einer Endometriose-Erkrankung spezialisiert.

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